Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (TMS)

19. September 2021
  • Messungen mit dem Mikroskop um 1850: Wie hat man das damals gemacht und mit welchen Mikroskopen? Hierzu ein eigener Beitrag, der fortgesetzt wird → Messungen mit dem Mikroskop um 1850. Angeregte Diskussion, wie wohl das Objekttisch-Mikrometer funktioniert hat. Nach den „technischen“ Zeichnungen konnte man nicht dahinterkommen. Man darf gespannt sein, wer beim nächsten Stammtisch eine Lösung gefunden hat.
  • Manfred hat eine große tote Heuschrecke gefunden, die vermutlich bei der Eiablage eingegangen ist (was bei Insekten nicht so selten ist). Die Art konnten wir nicht sicher bestimmen, der Favorit ist die Laubholz-Säbelschrecke Barbitistes serricauda, wobei allein der Name uns zusagt.
  • 19 Teilnehmer
12. September 2021
  • Sie sind niedlich, dabei aber fast nicht umzubringen: Bärtierchen. Günther Dorn informiert uns detailliert über diese erstaunlichen Tierchen. Austrocknen, Extremtemperaturen, hohe Strahlungsbelastung, sogar im Weltraum können sie in Kryptobiose überleben. Sein Video (hier in der Bildergalerie als gif-Bild verkürzt dargestellt) zeigt den Austrockenvorgang und – nach Stunden – das Wiedererwachen bei Hinzufügen von Wasser (gefiltertes Tümpelwasser bringt die schnellste Wiederbelebung). Leben auf dem Mond? Kann gut sein, seit eine japanische Raumsonde mit Bärtierchen an Bord auf dem Mond zerschellt ist. Vielen Dank an Günther für den Vortrag.
  • Peter Voigt hat eine Bärtierchenzuchtanlage auf dem Dach seines Hauses und hatte eines seiner Schützlinge live unter dem Mikroskop.
  • Chaos herrscht in der Zelle der Amöbe, die Peter gerne bestimmt hätte. Sie aber deshalb der Gattung Chaos zuzurechnen, ist wissenschaftlich nicht sauber.
  • Kristalle vom Warsteiner Eisenkiesel (auf die Schnelle bei einem früheren Stammtisch als Screenshots mit unterschiedlichem Fokus aufgenommen) sind nun in richtiger Reihenfolge gestackt. Das 3D-Bild zeigt deutlich den höheren Informationsgehalt eines solchen Bildes.
  • Unterwasseraufnahmen von Kriebelmücken-Larven und -Puppen (Simulium) im Hochrhein auf Steinen und Wasserpflanzen. Die Fließgeschwindigkeit beträgt dort ungefähr 1 m/sec (Horst Fries).
    Alfons Renz hat aus der Umgebung von Tübingen ebenfalls welche besorgt und hält sie im Glas bei guter Durchlüftung. Die „Tentakel“ der Puppen dienen zur Sauerstoffaufnahme.
  • Rückblick auf den A-v-Leeuwenhoek-Tag am 7. September → Antoni-van-Leeuwenhoek-Day – ONLINE
  • Die Schottischen Moorrinder hatten Manfred Erb leid getan, da sie heftig von Rinderbremsen angegangen wurden. Ständige Attacken von Stechfliegen bewirken mit der Zeit eine gewisse Resistenz gegen die Gerinnungshemmer. Das ist auch bei Menschen der Fall, die in Gebieten mit hoher Stechfliegendichte leben. Außerdem ein schönes Bild von Sabine Kracht von den Augen einer Bremse und ein Bild einer Schwebfliege, die eine Bremse nachahmt.
  • Lustige Wasserläufer, die sich etwa alle zwei Minuten auf den Rücken legen! In Bildern super festgehalten von Manfred Erb. Die Wasserläufer sollen sich so von Angriffen unter Wasser entziehen (warum dann aber auf dem Rücken landen?!). Die Theorie, dass sie sich beim Anblick der Kamera totlachten, ist auch nicht schlechter. Sie dosieren den Absprung exakt gerade so, dass sie die Oberflächenspannung nicht durchbrechen ( → https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wasserlaeufer-sind-echte-sprungkuenstler/ ).
  • 33 Teilnehmer

5. September 2021
  • Unser Mitglied Prof. Gerhard Schulz berichtete über den Nachweis von Mikroplastik. Ein Thema, das lange Diskussionen nach sich zog.
  • Die Tümpelgruppe tags zuvor am Baggersee.
29. August 2021
  • Christoph Hebestreit zeigt ein kurzes Video über eine – wie wir uns später einigten – Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria) am Eingang eines Wespennestes. Sie wird von den Wespen nicht angegriffen. Laut Literatur legt sie ihre Eier in Wespen- oder Hornissennestern ab. Manche Wespen trugen an den Mundwerkzeugen eine helle schaumartige Masse, siehe Bild (3D anaglyphisch).
    Das Thema Hornissen und Wespen sorgte für reichlich Diskussionsstoff beim Stammtisch: Wespen-Mimikri. Wie wird man Wespen los? Was tun gegen Stiche? Die originellste Methode, lästige Wespen vom Kaffeetisch fernzuhalten, hat Siegfried parat: Einen großen braunen Briefumschlag so zerknüllen, dass er einem Wespennest ähnelt und neben dem Tisch aufhängen. Wespen halten dies wohl für eine „feindliche“ Nachbarkolonie und meiden diesen Bereich (siehe Bild).
  • Rückblickend Bilder von der Beteiligung der TMG bei der Aquarien- und Terrarienausstellung 2019 in Mössingen. Innerhalb der Ausstellung waren Mikroskope aufgebaut und über eine Leinwand wurden per Beamer Live-Bilder gezeigt. Wegen Corona hat die Ausstellung 2020 nicht stattgefunden und wird auch dieses Jahr ausfallen. Ebenso wie die Messe „Fisch & Reptil“ in Sindelfingen, zu der erstmalig ein Stand der TMG geplant war. Wir hoffen auf 2022. Bilder siehe hier → Die TMG auf der Ausstellung der Aquarienfreunde Mössingen
  • Obwohl heute keine Themen vorab angekündigt waren, waren wir dennoch über eineinhalb Stunden am Fachsimpeln und Plaudern, wie es sich eben für einen richtigen Stammtisch gehört.
22. August 2021
  • Warsteiner Eisenkiesel mit Strukturen, die an eine Käferansammlung erinnern. „Dicker Dünnschliff“ von Willi Latz. Hydrothermale Lösungen aus 40 km Tiefe, auskristallisiert unter Drucke bei ca. 200 °C, an der Oberfläche fertige Kristallisation bei ca. 80°C. Die Strukturen sind in wasserhellem Bergkristall eingeschlossen (siehe das Anaglyphen-Bild, das den Glaseinschluss gut erkennen lässt).
  • Christoph Hebestreit macht uns immer wieder auf besondere Ereignisse am Sternenhimmel aufmerksam. So auch heute auf die Supernova RS Ophiuchi, die in etwa 20 Jahren Abstand aufleuchtet. Die etwas 7500 Lichtjahre entfernte Supernova kann an wenigen Tagen sogar mit bloßem Auge beobachtet werden. So sind die Bilder in der Zusammenstellung über mehrere Tage ohne Teleskop aufgenommen!
    Dazu ein wunderschönes Bild vom Nachthimmel mit Mond, Jupiter und Saturn.
  • Diskussion über die Qualität von Textilien.
15. August 2021
  • Olaf Medenbach erläutert die Konstruktion und Nutzung von Kompensatoren,
  • Diana Witzgall zeigt die wunderbaren farbigen Effekte, die man damit erzielen kann, und
  • Martin Bemmann stellt einen wenig bekannten Hersteller von Mikroskopen (Neumann) vor.
8. August 2021
  • Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), eigentlich ein netter unermüdlicher Krabbler, ist aber ein übler Schädling an Obst und Gemüse. Dieser Neozoon stammt ursprünglich aus Asien und trat erstmalig etwa 2004 in Europa auf. Gut zu sehen die geöffneten Eihüllen und die zurückgebliebenen Eizähne. Fotos: Horst Fries.
  • Olaf Medenbach gibt uns ein Amuse gueule aus der Kompensator-Küche als Vorschau auf seinen Vortrag beim nächsten Stammtisch über Spielereien mit polarisiertem Licht. Die physikalischen und technischen Hintergründe möchte er dann allgemeinverständlich darlegen.
  • Sein DIK-System nach Pluta stellt und Siegfried Schmidt vor, mit Ergebnis-Fotos.
  • Bunte Brekzie u. a. mit Suevit, ein Impaktit, also ein Gestein, das durch den Aufschlag eines Meteoriten entstanden ist. Ausgeschleudertes flüssiges Gesteinsgemisch enthält unregelmäßige längliche Fetzen, „Flädle“ genannt (ist dieser Begriff nur bei schwäbischen Gelehrten gebräuchlich?). Gasblasen werden z. Z. mit flüssigem Gestein ausgefüllt und werden zu gerundeten Einschlüssen. Christoph Hebestreit hat uns dies anhand von Gesteinsbrocken erklärt.
  • Tümpelgruppe am Baggersee gestern: Praktisch keine Anopheles-Larven, ungewöhnlich, da sie seit etwa 10 Jahren immer da waren. Erste Anzeichen der alljährlichen Algenblüte, diesmal Aphanizomenon. Volvox sind immer noch vorhanden, aber nicht mehr in so großer Zahl. Schöne Aufnahmen von den Dinoflagellaten Ceratium und planktisch lebenden Glockentierchen. Ein Badegast brachte einen Kamberkrebs vorbei, der in unseren Gewässern gar nicht gern gesehen ist.
  • 26 Teilnehmer
1. August 2021
  • Pol-Interferenz-Einrichtung nach Jamin-Lebedeff“, ein Beitrag von Diana Witzgall beim TMS 2. August 2021. Vielen Dank für die Einführung in dieses Thema, in dessen Genuss nur diejenigen kommen, die über die schwer erhältliche Ausrüstung verfügen. Diana konnte das Verfahren hier auch live demonstrieren, spontan mit einer Tümpelprobe: Rädertierchen, Paramecium in Teilung, Algen.Peter Voigt ergänzte anschließend mit weiteren technischen Einzelheiten sowie eigenen Bildern und Bildern von Anne Gleich als Beispiele, was man damit zaubern kann.

    Zum eigenen Beitrag mit Bildern → Farbkünstler sein mit Jamin & Lebedeff – und Diana

  • Martin Bemmann nahm den Faden vom vorigen TMS auf und recherchiert weiter über ERBE-Mikrotome. Es zeigt sich, dass die Firma ERBE sowohl Mikrotome hergestellt (und nachgebaut) hat als auch Mikrotome anderer Hersteller vertrieben hat. Diese alten Mikrotome, nur vom Fachmann als solche zu erkennen, wären ein besonderer Fund, für den die TMG Interesse zeigt. → Mikrotome, Historisches – und Suche nach C. ERBE-Mikrotomen
  • 31 Teilnehmer

Die bisherigen Tübinger Mikroskopischen Stammtische (TMS) und Beiträge hieraus: