Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (August bis Oktober)

Spinnfäden, Schönheiten des Meeres, UMOs, Malaria, Gesteinsbestimmung, Optik trifft Kunst, Objektmikrometer, Schrecken, Nostoc, Wespen, Baggersee, Kriebelmücken, Messungen mit dem Mikroskop, Parfokalität, Schloss Rosenstein, Kalzit, Bärtierchen, Amöbe, A.-v.-Leeuwenkoek-Tag, Wasserläufer, Rinderbremsen, Mikroplastik, Hornissen-Schwebfliege, Warsteiner Eisenkiesel, Supernova, Kompensatoren, Baumwanze, DIK-System nach Pluta, Spielereien mit polarisiertem Licht, POL-Interferenz …

31. Oktober 2021
  • Ein neuer Fall aus der Reihe Olaf M. ermittelt: „Im Fadenkreuz der Spinne„. Olaf Medenbach hat für den Mikroskopischen Stammtisch wieder einen Vortrag zusammengestellt, der schon wegen dem tollen „Poster“ die Neugier weckt (Bild 1). Solche ungewöhnlichen Themen sind schon die Teilnahme am Stammtisch wert – was kann man nicht alles dazulernen! Hier als eigener Beitrag (mit Download) → Im Fadenkreuz der Spinne
    Da Olaf zwecks Restauration Fadenkreuze in Okularen wiederherstellen kann – und dafür die Kokons von Spinnen aus seiner Garage verwendet! – zeigt er seine Vorgehensweise. Spinnfäden wurden ab ca. 1800 routinemäßig zur Herstellung von Fadenkreuzen vor allem in astronomischen Instrumenten benutzt. Man erreichte dadurch eine außerordentliche Steigerung der Genauigkeit. Ab ca. 1850 wurden sie in Okularen in der Mikroskopie eingesetzt.
  • Rudolf Lukes referierte über die Entwicklung der Vakzine gegen Malaria, die eigentlich noch in den Kinderschuhe steckt, obwohl sie schon seit Jahrzehnten läuft und viele Ansatzpunkte hat. Der komplizierte Lebenszyklus und die rasche Anpassung der Malaria erschwert aber eine wirkungsvolle Strategie beträchtlich. Der Vortrag ist im Beitrag → Wie bekommt die Mücke Malaria? enthalten.
    Ergänzungen von Alfons Renz: Plasmodien überleben MIT HILFE des Immunsystems! Die Plasmodien sorgen dafür, dass das Immunsystem des Wirtes Gelegenheit hat, eine tödliche Auswirkung der Infektion zu verhindern (siehe Bild „Die Grenzen des Wachstums“). Die dabei erhaltene ‚Semi-Immunität‘ ist vielmehr eine Prämunition („Revierverteidigung“), die den Wirt vor einer Überbesiedlung schützen soll. Dass Vakzine gegen Malaria eine relativ schlechte Wirksamkeit haben, liegt daran, dass es eben bei mikrobiellen Erregern und Parasiten ganz unterschiedliche Wirts-Parasit-Verhältnisse gibt, wobei letzte länger als die Latenz des Immunsystems (d. h. 10 Tage) überleben müssen, um sich voll zu entwickeln und ihre Übertragung durch Bereitstellung von Geschlechtsformen und Eiern etc. sicher zu stellen.
  • Ein UMO von Alfons Renz aus einem Berliner Institut müsste nach Olaf Medenbach ein UV-Monochromator mit Quarz-Prismen sein. Mehr Bilder → UMOs – Unbekannte Mikroskopische Objekte
24. Oktober 2021
  • Vorgehensweise der Gesteinsbestimmung mit dem Polarisationsmikroskop. Ein Vortrag von Olaf Medenbach, der in dem Beitrag → „Materialbestimmung mit dem Polarisationsmikroskop“ ausführlich dargestellt ist und dort auch heruntergeladen werden kann.
  • Ein UMO von  Martin Bemmann outet sich als altes Deckglas-Mikrometer. Bilder und alte Beschreibungen hier → UMOs – Unbekannte Mikroskopische Objekte.
  • Von der Ausstellung „Die kleinsten Schönheiten des Meeres in 3D„, die noch vor Corona in verschiedenen Städten präsentiert wurde, zeigen Heribert Cypionka und Eberhard Raap ihre tollen Exponate in Anaglyphen-Darstellung: Diatomeen, Radiolarien, Foraminiferen und Dinoflagellaten. Natürlich mit PICOLAY erstellt. In der Galerie unten ein paar wenige Bilder, viel mehr davon im extra Beitrag → Die kleinsten Schönheiten des Meeres in 3D
  • Als Zugabe noch eine 3D-Laus.
  • 30 Teilnehmer.
17. Oktober 2021
  • Optik trifft Kunst – oder umgekehrt: „Franz Marcs achromatisches Prisma – der Expressionist und die Komplementärfarben“. Ein bunter Vortrag von Olaf Medenbach, der weiter unten heruntergeladen werden kann.
  • Anschließend nahm Olaf den Faden vom vorigen Stammtisch wieder auf und verglich verschiedene Objektmikrometer. Vortrag herunterladbar, unten.
  • Nochmals Schrecken: Bilder von Stabschrecken, die von Terrarianern der Region gehalten werden. Die Samtschrecke Peruphasma schultei wurde erst 2002 in Nord-Peru entdeckt. Sie soll dort nur noch in einem 5 ha großen Gebiet vorkommen und ist daher als stark vom Aussterben bedroht eingestuft. Allerdings bezweifelt Horst, dass in dieser schwer zugängliche Gegend dieses Insekt nur genau dort vorkommen soll.
  • Rudolf Lukes macht auf eine Ausstellung in München aufmerksam, bei der auch die Mikrobiologische Vereinigung München (MVM) mitgewirkt hat: Ausstellung Alga in der→ERES-Stiftung, vom Künstler Tue Greenfort. Sie findet noch bis 29. Januar 2022 in München, Römerstr. 15 statt. Auch hier wieder: Mikrokopie trifft Kunst.
  • Das Glibberzeug auf einem Weg ist Nostoc, eine Cyanophycee, die Gallerthüllen um ihre Lager bildet.
  • Portrait einer Kurzkopfwespe.
  • 26 Teilnehmer.
10. Oktober 2021
  • Mineralbestimmung mit dem Polarisationsmikroskop, ein Vortrag von Olaf Medenbach. Jetzt weiß man, wie’s geht! Aber es selbst zu machen, erfordert doch erhebliche Erfahrung, die man sich aber Zug um Zug aneignen kann, die technische Ausrüstung vorausgesetzt. Das Standardwerk hierzu ist der „W. E. Tröger: Optische Bestimmung der gesteinsbildenden Minerale“. Gesamter Vortrag als pdf in diesem Beitrag → Materialbestimmung mit dem Polarisationsmikroskop, ein Vortrag von Olaf Medenbach
  • Die Konstruktion des Objektschraubenmikrometers von Fraunhofer: Wie funktioniert es wirklich? Ergänzt nach Inspektion des Mikrometers, das sich in der Sammlung der Experimentalphysik in Tübingen befindet. Jetzt lichtet sich der Nebel, den unklare und sogar falsche historische Beschreibungen hinterlassen haben. Siehe → Messungen mit dem Mikroskop um 1850 (unten).
  • Verschiedene Objektmikrometer unter dem Mikroskop, ebenfalls hier → Messungen mit dem Mikroskop um 1850
  • Weitere Wespenbilder von Christoph Hebestreit: Königin, Drohnen, im Flug, Portrait, Schwebfliege. Die Wespen hatten offenbar das dauernde Blitzlicht nicht so gerne und umflogen es häufig!
  • Manfred Erb schickte Alfons eine Probe aus dem Rossbrunnen auf der Schwäbischen Alb. Massenhaft grüne – noch unidentifizierte – Algen.
  • 29 Teilnehmer.
3. Oktober 2021
  • Baggersee-Treff: Eine größere Gruppe hatte sich gestern eingefunden. Die Planktonproben ergaben zwar keine Algenblüte, aber doch viele Algenarten. Ein kleiner amerikanischer Kamberkrebs ist uns entwischt. Das Fachsimpeln zog sich bis nach 12 Uhr hin!
  • Kriebelmücken-Augen: Vielen Dank an Jürgen Harst für seinen Vortrag mit beeindruckenden Bildern der Schnitte durch das Auge einer Kriebelmücke. Da sich inzwischen mehrere Beiträge zu Simuliiden angesammelt haben, werden diese hier zusammengefasst → Kriebelmücken – ein häufiges, weil interessantes Thema beim TMS
  • Messungen unter dem Mikroskop:
    Das einfache Holz-Modell des Fraunhofer’schen Schraubenmikrometers brachte Horst zum Baggersee-Treff mit. Es war offensichtlich noch nicht „ausgereift“ und brachte daher noch kein Licht ins Dunkel seiner Funktionsweise. Vielleicht wird eine Überarbeitung des Modells das Rätsel endlich lösen.
    Horst Kuhn stellte das feine Netzmikrometer aus seinem Brander Kompendium von 1760 vor.
  • Ebenfalls von Horst Kuhn: Moderne Schusterkugel.
  • Diskussion über die Möglichkeiten, die Schärfenunterschiede von Mikroskop und Kamera auszugleichen (Parfokalität herstellen).
    Und weiter wie das Blitzen am Mikroskop mit ganz einfachen Mitteln zu machen ist, mit Hinweisen auf diese Beiträge im Mikro-Forum → Einfachste Blitz-Adaption und → Blitzen, ganz einfach
  • Impressionen der Naturhistorischen Sammlungen im Schloss Rosenstein in Stuttgart, von Manfred Erb. → Homepage Naturkundemuseum Stuttgart
  • 32 Teilnehmer.
26. September 2021
  • Nachdem uns voriges Mal die tote Laubholz-Säbelschrecke keinen Schrecken eingejagt hatte, zeigte uns Claudia Leon nun weitere eindrucksvolle Schrecken-Bilder (nicht „Schreckensbilder“), aus Texas und Costa Rica. Interessant zu erfahren, dass Schrecken in ihren Kniegelenken (siehe Bild der bläulichen Schrecke aus Costa Rica) sehr gut hören können. So hat man herausgefunden, dass (manche?) Schrecken die Ultraschallschreie der Fledermäuse wahrnehmen können, so dass der Flugapparat augenblicklich gestoppt wird und die Schrecke zu Boden fällt!
    Manfred Erb hat dazu noch ein Bild von einem Pärchen Riesengespenstschrecken, die er mal erworben hatte. Die kleinen Männchen können fliegen, die Weibchen nicht.
  • Anknüpfend an den A.-van-Leeuwenhoek-Tag („… grüne, spiralig angeordnete Striche, wie die Kühlschlangen der Schnapsbrenner“) erzählt uns Claudia Leon von den richtigen Kühlschlangen der Cognac-Brenner in ihrer jetzigen Heimat. Besonders interessant die Historie des Cognacs, den alten Auflagen der Produzenten, die heute noch gelten (Kupferbehälter, Messingbeschläge, Backsteinummantelung, Fassdauben nur aus zwei Waldgebieten usw.). Über Geografie und heutige Erzeuger. Und immer noch erkennt man an schwarzen Hauswänden oder Dächern, wo Cognac produziert oder gelagert wird: Spezielle Pilze mögen den Äthanol.
  • Die Einflugschneise von Wespen hat Christoph Hebestreit vor seinem Fenster. Perfekt gelungene Aufnahmen der Wespen im Flug (mit Blitz natürlich), meist mit Beute, wenn sie zum Nest zurückkommen. Vom Nest abfliegende Wespen haben oft weißliches Material bei sich.
  • Vier Bilder von Kalzit von Willi Latz. Kein DIC, aber farbliche Nachbearbeitung.
  • Einem üblen Insektenstich, den ein Kind bei einem Spielplatz eingehandelt hat, ging Alfons Renz nach. Der Verdacht fiel auf Kriebelmücken (Simulium ornatum). Direkt am Ort konnten keine nachgewiesen werden, im Bach daneben konnten schließlich Larven und Puppen gefunden werden. Die Puppen haben Spirakulumkiemen, die wie Tentakel aussehen. Alfons hat Puppen mitgenommen, sie sind über Nacht geschlüpft. Die Männchen haben zusätzliche große, obenliegende Dorsalaugen, mit denen sie die Weibchen im Flug orten können. Zusammenstellung der Kriebelmücken-Beiträge → Kriebelmücken – ein häufiges, weil interessantes Thema beim TMS
  • Vom Fraunhofer’schen Mikrometer hat Horst Fries eine 3D-Konstruktion am Rechner nachgebildet, um die Funktionsweise zu klären. Andere Beschreibungen und Zeichnungen aus älterer Literatur wurden beigesteuert, ebenso Fotos ähnlicher historischer Mikrometer. Aber so recht konnte man sich nicht einigen, es bleibt noch ein „UMO“. Näheres → Messungen mit dem Mikroskop um 1850
  • 22 Teilnehmer.
19. September 2021
  • Messungen mit dem Mikroskop um 1850: Wie hat man das damals gemacht und mit welchen Mikroskopen? Hierzu ein eigener Beitrag, der fortgesetzt wird → Messungen mit dem Mikroskop um 1850. Angeregte Diskussion, wie wohl das Fraunhofer’sche Mikrometer funktioniert hat. Nach den „technischen“ Zeichnungen konnte man nicht dahinterkommen. Man darf gespannt sein, wer beim nächsten Stammtisch eine Lösung gefunden hat.
  • Manfred hat eine große tote Heuschrecke gefunden, die vermutlich bei der Eiablage eingegangen ist (was bei Insekten nicht so selten ist). Die Art konnten wir nicht sicher bestimmen, der Favorit ist die Laubholz-Säbelschrecke Barbitistes serricauda, wobei allein der Name uns zusagt.
  • 19 Teilnehmer
12. September 2021
  • Sie sind niedlich, dabei aber fast nicht umzubringen: Bärtierchen. Günther Dorn informiert uns detailliert über diese erstaunlichen Tierchen. Austrocknen, Extremtemperaturen, hohe Strahlungsbelastung, sogar im Weltraum können sie in Kryptobiose überleben. Sein Video (hier in der Bildergalerie als gif-Bild verkürzt dargestellt) zeigt den Austrockenvorgang und – nach Stunden – das Wiedererwachen bei Hinzufügen von Wasser (gefiltertes Tümpelwasser bringt die schnellste Wiederbelebung). Leben auf dem Mond? Kann gut sein, seit eine japanische Raumsonde mit Bärtierchen an Bord auf dem Mond zerschellt ist. Vielen Dank an Günther für den Vortrag.
  • Peter Voigt hat eine Bärtierchenzuchtanlage auf dem Dach seines Hauses und hatte eines seiner Schützlinge live unter dem Mikroskop.
  • Chaos herrscht in der Zelle der Amöbe, die Peter gerne bestimmt hätte. Sie aber deshalb der Gattung Chaos zuzurechnen, ist wissenschaftlich nicht sauber.
  • Kristalle vom Warsteiner Eisenkiesel (auf die Schnelle bei einem früheren Stammtisch als Screenshots mit unterschiedlichem Fokus aufgenommen) sind nun in richtiger Reihenfolge gestackt. Das 3D-Bild zeigt deutlich den höheren Informationsgehalt eines solchen Bildes.
  • Unterwasseraufnahmen von Kriebelmücken-Larven und -Puppen (Simulium) im Hochrhein auf Steinen und Wasserpflanzen. Die Fließgeschwindigkeit beträgt dort ungefähr 1 m/sec (Horst Fries).
    Alfons Renz hat aus der Umgebung von Tübingen ebenfalls welche besorgt und hält sie im Glas bei guter Durchlüftung. Die „Tentakel“ der Puppen dienen zur Sauerstoffaufnahme. Zusammenstellung der Kriebelmücken-Beiträge → Kriebelmücken – ein häufiges, weil interessantes Thema beim TMS
  • Rückblick auf den A-v-Leeuwenhoek-Tag am 7. September → Antoni-van-Leeuwenhoek-Day – ONLINE
  • Die Schottischen Moorrinder hatten Manfred Erb leid getan, da sie heftig von Rinderbremsen angegangen wurden. Ständige Attacken von Stechfliegen bewirken mit der Zeit eine gewisse Resistenz gegen die Gerinnungshemmer. Das ist auch bei Menschen der Fall, die in Gebieten mit hoher Stechfliegendichte leben. Außerdem ein schönes Bild von Sabine Kracht von den Augen einer Bremse und ein Bild einer Schwebfliege, die eine Bremse nachahmt.
  • Lustige Wasserläufer, die sich etwa alle zwei Minuten auf den Rücken legen! In Bildern super festgehalten von Manfred Erb. Die Wasserläufer sollen sich so von Angriffen unter Wasser entziehen (warum dann aber auf dem Rücken landen?!). Die Theorie, dass sie sich beim Anblick der Kamera totlachten, ist auch nicht schlechter. Sie dosieren den Absprung exakt gerade so, dass sie die Oberflächenspannung nicht durchbrechen ( → https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wasserlaeufer-sind-echte-sprungkuenstler/ ).
  • 33 Teilnehmer

5. September 2021
  • Unser Mitglied Prof. Gerhard Schulz berichtete über den Nachweis von Mikroplastik. Ein Thema, das lange Diskussionen nach sich zog.
  • Die Tümpelgruppe tags zuvor am Baggersee.
29. August 2021
  • Christoph Hebestreit zeigt ein kurzes Video über eine – wie wir uns später einigten – Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria) am Eingang eines Wespennestes. Sie wird von den Wespen nicht angegriffen. Laut Literatur legt sie ihre Eier in Wespen- oder Hornissennestern ab. Manche Wespen trugen an den Mundwerkzeugen eine helle schaumartige Masse, siehe Bild (3D anaglyphisch).
    Das Thema Hornissen und Wespen sorgte für reichlich Diskussionsstoff beim Stammtisch: Wespen-Mimikri. Wie wird man Wespen los? Was tun gegen Stiche? Die originellste Methode, lästige Wespen vom Kaffeetisch fernzuhalten, hat Siegfried parat: Einen großen braunen Briefumschlag so zerknüllen, dass er einem Wespennest ähnelt und neben dem Tisch aufhängen. Wespen halten dies wohl für eine „feindliche“ Nachbarkolonie und meiden diesen Bereich (siehe Bild).
  • Rückblickend Bilder von der Beteiligung der TMG bei der Aquarien- und Terrarienausstellung 2019 in Mössingen. Innerhalb der Ausstellung waren Mikroskope aufgebaut und über eine Leinwand wurden per Beamer Live-Bilder gezeigt. Wegen Corona hat die Ausstellung 2020 nicht stattgefunden und wird auch dieses Jahr ausfallen. Ebenso wie die Messe „Fisch & Reptil“ in Sindelfingen, zu der erstmalig ein Stand der TMG geplant war. Wir hoffen auf 2022. Bilder siehe hier → Die TMG auf der Ausstellung der Aquarienfreunde Mössingen
  • Obwohl heute keine Themen vorab angekündigt waren, waren wir dennoch über eineinhalb Stunden am Fachsimpeln und Plaudern, wie es sich eben für einen richtigen Stammtisch gehört.
22. August 2021
  • Warsteiner Eisenkiesel mit Strukturen, die an eine Käferansammlung erinnern. „Dicker Dünnschliff“ von Willi Latz. Hydrothermale Lösungen aus 40 km Tiefe, auskristallisiert unter Drucke bei ca. 200 °C, an der Oberfläche fertige Kristallisation bei ca. 80°C. Die Strukturen sind in wasserhellem Bergkristall eingeschlossen (siehe das Anaglyphen-Bild, das den Glaseinschluss gut erkennen lässt).
  • Christoph Hebestreit macht uns immer wieder auf besondere Ereignisse am Sternenhimmel aufmerksam. So auch heute auf die Supernova RS Ophiuchi, die in etwa 20 Jahren Abstand aufleuchtet. Die etwas 7500 Lichtjahre entfernte Supernova kann an wenigen Tagen sogar mit bloßem Auge beobachtet werden. So sind die Bilder in der Zusammenstellung über mehrere Tage ohne Teleskop aufgenommen!
    Dazu ein wunderschönes Bild vom Nachthimmel mit Mond, Jupiter und Saturn.
  • Diskussion über die Qualität von Textilien.
15. August 2021
  • Olaf Medenbach erläutert die Konstruktion und Nutzung von Kompensatoren,
  • Diana Witzgall zeigt die wunderbaren farbigen Effekte, die man damit erzielen kann, und
  • Martin Bemmann stellt einen wenig bekannten Hersteller von Mikroskopen (Neumann) vor.
8. August 2021
  • Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), eigentlich ein netter unermüdlicher Krabbler, ist aber ein übler Schädling an Obst und Gemüse. Dieser Neozoon stammt ursprünglich aus Asien und trat erstmalig etwa 2004 in Europa auf. Gut zu sehen die geöffneten Eihüllen und die zurückgebliebenen Eizähne. Fotos: Horst Fries.
  • Olaf Medenbach gibt uns ein Amuse gueule aus der Kompensator-Küche als Vorschau auf seinen Vortrag beim nächsten Stammtisch über Spielereien mit polarisiertem Licht. Die physikalischen und technischen Hintergründe möchte er dann allgemeinverständlich darlegen.
  • Sein DIK-System nach Pluta stellt und Siegfried Schmidt vor, mit Ergebnis-Fotos.
  • Bunte Brekzie u. a. mit Suevit, ein Impaktit, also ein Gestein, das durch den Aufschlag eines Meteoriten entstanden ist. Ausgeschleudertes flüssiges Gesteinsgemisch enthält unregelmäßige längliche Fetzen, „Flädle“ genannt (ist dieser Begriff nur bei schwäbischen Gelehrten gebräuchlich?). Gasblasen werden z. Z. mit flüssigem Gestein ausgefüllt und werden zu gerundeten Einschlüssen. Christoph Hebestreit hat uns dies anhand von Gesteinsbrocken erklärt.
  • Tümpelgruppe am Baggersee gestern: Praktisch keine Anopheles-Larven, ungewöhnlich, da sie seit etwa 10 Jahren immer da waren. Erste Anzeichen der alljährlichen Algenblüte, diesmal Aphanizomenon. Volvox sind immer noch vorhanden, aber nicht mehr in so großer Zahl. Schöne Aufnahmen von den Dinoflagellaten Ceratium und planktisch lebenden Glockentierchen. Ein Badegast brachte einen Kamberkrebs vorbei, der in unseren Gewässern gar nicht gern gesehen ist.
  • 26 Teilnehmer
1. August 2021
  • Pol-Interferenz-Einrichtung nach Jamin-Lebedeff“, ein Beitrag von Diana Witzgall beim TMS 2. August 2021. Vielen Dank für die Einführung in dieses Thema, in dessen Genuss nur diejenigen kommen, die über die schwer erhältliche Ausrüstung verfügen. Diana konnte das Verfahren hier auch live demonstrieren, spontan mit einer Tümpelprobe: Rädertierchen, Paramecium in Teilung, Algen.Peter Voigt ergänzte anschließend mit weiteren technischen Einzelheiten sowie eigenen Bildern und Bildern von Anne Gleich als Beispiele, was man damit zaubern kann.

    Zum eigenen Beitrag mit Bildern → Farbkünstler sein mit Jamin & Lebedeff – und Diana

  • Martin Bemmann nahm den Faden vom vorigen TMS auf und recherchiert weiter über ERBE-Mikrotome. Es zeigt sich, dass die Firma ERBE sowohl Mikrotome hergestellt (und nachgebaut) hat als auch Mikrotome anderer Hersteller vertrieben hat. Diese alten Mikrotome, nur vom Fachmann als solche zu erkennen, wären ein besonderer Fund, für den die TMG Interesse zeigt. → Mikrotome, Historisches – und Suche nach C. ERBE-Mikrotomen
  • 31 Teilnehmer

Die bisherigen Tübinger Mikroskopischen Stammtische (TMS) und Beiträge hieraus: