Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (TMS)

Beim wöchentlichen „Mikroskopier-Stammtisch“ sitzen wir virtuell per Internet-Meeting (ZOOM-Konferenz) zusammen, immer Sonntags ab 10 Uhr. Es geht wirklich einfach! Die Zugangsmodalitäten werden rechtzeitig per E-Mail an die Mitglieder verschickt. Gäste sind willkommen bitte →Kontakt aufnehmen.

Wir freuen uns, wenn Teilnehmer Themen beisteuern können. Das kann spontan erfolgen oder man meldet sie vorab bei →Alfons Renz an.

Die nächsten Stammtisch-Termine:

  • 31. Jan. 2021, 10:00 Uhr

17. Januar 2021

  • Selbstbau eines Wärmeschranks von Günther Dorn: In der Stromzuleitung ist ein ganz einfacher Lampenstromregler vom Baumarkt für 5 € drin. Damit kann man von 20° bis 80° fein steuern. Das Stück Fließe dient nur der Wärmeverteilung über der 60-W-Glühbirne. Die Isolierung ist 12-15 mm Glaswolle, innen mit Alufolie verkleidet. Zwei Thermometer: Ein Bratenthermometer und ein Quecksilber-Thermometer oben, wobei das obige ausreicht. Das Fenster ist nicht unbedingt erforderlich. Gesamthöhe 40 cm. Günther verwendet ihn zur Paraffinschmelze 60° und für Petrischalen 25-35°, zum Aushärten von Eindeckmitteln 30-50°, z. T. auch fürs Erwärmen des Streckbads 50° uvm. Tipp: Innerhalb des Schranks keine Kontakte anbringen, die Funken erzeugen könnten.
  • Biogene Verkieselungen.
    Weitere Bilder von Warsteiner und Briloner Kiesel sowie Fossilien, kommentiert (und aufgenommen) von Willi Latz und Alfons Renz.
    Besonderheiten sind verkieselte Hölzer aus Patagonien (Estancia Cerro Cuadrado) und Madagaskar (Mahajanga): Die Wälder wurden durch Vulkanausbrüche rasch mit Asche und anschließend mit Wasser bedeckt, so dass eine Verkieselung erfolgen konnte. Verkieselte Araukarien-Zapfen zeigen alle Details.
    Alte Präparate von Norman zeigen Dünnschliffe von Hölzen, wobei die Zellstrukturen nicht mehr gut zu erkennen sind.
    Viele weitere Bilder in diesem separaten Beitrag →Biogene Verkieselungen
  • Schneeflockenbilder einfach gemacht.
  • Schnittband der Rattenmilbe mit Filarien: Aufwändig hergestelltes Präparat von Alfons Renz. Die Filarien sind teils im Querschnitt, aber auch längs angeschnitten zu erkennen (siehe Cursor im Bild).
  • Parasitenmaterial von Georg Abele für Alfons Renz‘ Studenten und Studentinnen1: Reh-Lungen, die ziemlich sicher Lungenwürmer enthalten. Davon nächstes Mal. Ein YouTube-Video von Georg Abele über Lungenwürmer-Larven am Ende der Foto-Galerie.

17. Januar 2021

  • Biogene Verkieselungen. Eine Entdeckungsreise auf einem verkieselten fossilen Treibholz, per Mikroskop live mitgenommen von Reiseführer Alfons Renz und Erläuterungen von den Herren Nickel (von dem das fossile Holz stammt) und Latz.
    Holzzellen, Pilzgeflechte (gelb), Achat (weiß und rosa) und Kristalldrusen mit Sternquarzen.
    Dazu noch ein Bild mit der Oberfläche von Kalkstein (links oben angeätzte Oberfläche, rechts oben nur gebrochene Oberfläche, unten Foraminiferen).
    Viele weitere Bilder in diesem separaten Beitrag →Biogene Verkieselungen
  • Wohl dem, der mit einem Jäger gut bekannt ist. Diesmal aber nicht wegen dem Rehbraten, sondern wegen einigen Reh-Ohren. Alfons Renz hatte sie von Georg Abele bekommen. Er wollte damit seine Studenten mit Reh-Parasiten bekannt machen, und tatsächlich waren sofort Filarien zu sehen. Sogar eine Zecke war noch in Aktion, obwohl sie laut Literatur in dieser Jahreszeit ruhen sollte. Aber sie kann ja nicht lesen.
  • Stielaugenfliege, Hoden: Hervorragender und informativer Vortrag von Jürgen Harst mit vielen Bilden. Die Bilder müssen für sich sprechen, auf Erläuterungen muss – wegen der Informationsflut – hier verzichtet werden.
    Weitere Fragen drängen sich sogleich auf (Alfons):
    Wo sind die Mikrotubuli im 9×2-Anordnung, die für die Beweglichkeit verantwortlich sind?
    Weshalb so lange Fäden, und so kompliziert aufgewickelt? Der Weg von Receptaculum zum Oviduct/Vagina ist ja sehr kurz. Ist es wirklich nur der Wettlauf/Konkurrenz zwischen den (wenigen?) Spermien?
    Wo findet die Reduktionsteilung bei der Meiosis statt? Da müsste man die kondensierten Chromosomen gut erkennen können.
  • Winterbilder von der Schwäbischen Alb bei Talheim. Von Manfred Erb.
  • Besucherrekord:  34 Teilnehmer.

Biogene Verkieselungen:

Reh-Parasiten:

Stielaugenfliege, Hoden:

Winterbilder und -film von der Schwäbischen Alb:

10. Januar 2021

  • Aufnahme von Blut im Dunkelfeld im Mikro-Forum: Eigentlich nicht viel zu sehen, aber wenn man genauer hinschaut …
  • Ein Rückblick auf die Dreikönigstreffen der TMG in der H.-Fischer-Galerie. Momentan steht die Lokalität leider nicht mehr zur Verfügung. Hier zeigte sich die TMG von ihrer allerbesten Seite, mikroskopisch wie kulinarisch! Siehe die Beiträge von damals auf dieser Website:
    →Dreikönigs-Mikroskopieren: Mikro-Makro Workshop in der H. Fischer-Galerie
    3. Tübinger Kulturnacht in der Fischer-Galerie
  • Warsteiner und Briloner Eisenkiesel Teil 2: Mehr tolle Bilder und Infos von Wilfried Latz und Alfons Renz. Siehe separater Beitrag (mit Teil 2) →hier.
  • Die Suche nach Kernschwarz-Färbungen, von Sven Kötter. Versuche, Rezepte, chemische Hintergründe, Ergebnisse – da staunt der Laie und bestimmt auch der Fachmann! Der separate Beitrag mit dem Vortrag zum Herunterladen →hier
  • Legepräparate von H.-J. Hoehland und wie man sie macht.
    Rudolf Lukes weist auf dieses →YouTube-Video hin („Struck by the beauty and symmetry of diatoms, modern-day microscopist Klaus Kemp recently revived the Victorian art of diatom arrangement. In this short film by Matthew Killip, peer into the peculiar art form and witness a modern-day diatom master at work.„)
  • Aus Horst Kuhns Sammlung: „Mikroskope Type Jones Most Improved“. Detaillierte Informationen auch hier →http://www.microscopist.net
  • Wieder fast ein Besucherrekord; 26 Teilnehmer.

03. Januar 2021

  • Baggersee-Tümpeln gestern: Viele Volvox, erstaunlich in dieser Jahreszeit. Schwäbische Gutzle von der Alb ersetzten fehlendes Plankton.
  • Die Große Konjugation von Jupiter und Saturn hat Christoph Hebestreit an verschiedenen Tagen auf Platte gebannt, wenn Wolkenlücken es zuließen. Die Wenigsten hatten dies direkt beobachtet, so hatten wir Gelegenheit, es nachzuholen.
  • Vortrag von Wilfried Latz über die Warsteiner und Briloner Eisenkiesel mit tollen Bildern. Ein separater Beitrag siehe →hier.
  • Präparate zum Träumen – Reisen zu fernen Inseln in der Südsee, von Alfons Renz in einem separaten Beitrag →hier.
  • Rudolf Lukes hatte einen gebrauchte Linsenaufsatz erworben, um die Verschmutzung des Kamera-Inneres zu sehen. Da die Linse so verschmutzt und somit unbrauchbar war und mit normalen Mitteln nicht zu reinigen war, wurde der Versuch gemacht, sie mit Aceton, einem kleinen Bunsenbrenner und einer Rasierklinge zu säubern, was gelang!

Die bisherigen Tübinger Mikroskopischen Stammtische (TMS) und Beiträge hieraus: