Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (TMS)

Beim wöchentlichen „Mikroskopier-Stammtisch“ sitzen wir virtuell per Internet-Meeting (ZOOM) zusammen, immer Sonntags ab 10 Uhr. Die Zugangsmodalitäten werden rechtzeitig per E-Mail an die Mitglieder verschickt. Gäste sind willkommen, bitte → Kontakt aufnehmen.

Die Beiträge sind hier in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst, die neuesten zuerst (oben). Beiträge von weiter zurückliegenden Stammtischen sind ganz unten aufgelistet.

27. November 2022

  • Radiolarite aus der Iller hat Gerhard Schulz mal aus Verdacht vom Iller-Ufer bei Krugzell gesammelt. Vier Steine hat er mitgenommen und daraus Schliffe erstellen lassen. Probe 1 war tatsächlich ergiebig und zeigte viele in ihrer Form erstaunlich erhaltenen Radiolarien. In den Proben 2 und 3 konnte man keine Radiolarien finden, kleine Strukturen waren wohl auf andere Weise entstanden. Probe 4 zeigte viele Strukturen lebenden Ursprungs: Keine Radiolarien, sondern mit Sicherheit Kieselschwammkörper. Einfache Kieselsteine können Geschichten aus der Tiefsee erzählen! Wir Mikroskopiker hören zu – wenn auch nur optisch.
  • Alfons Renz steuert zum Thema Radiolarien und Meer noch zwei Präparate aus seiner Sammlung hinzu: Radiolarien , Walfischknochen und Fischschuppe (Fischsuppe gibts später).
  • Die Algensammlung der Göttinger Universität (ein „Algenhotel“) mit 1400 benannten Algenarten gehört weltweit zu den größten Sammlungen. Professor Thomas Friedl hat die Sammlung mit aufgebaut und betreut sie. Er ist – glaube ich – Mitglied der MVM, so wie Rudolf Lukes, der nicht nur deshalb auf diese unglaubliche Sammlung mit einem kleinen Vortrag hinweist. Algen kann man dort beziehen, nicht ganz billig (~100 €), aber man kann es verstehen, wenn man den enormen Aufwand für die Pflege dieser Artenmenge bedenkt. Ein Plädoyer für den Kosmos-Algenführer, der teilweise und eher unberechtigt schlechte Kritiken bekam, folgte noch.
  • Schwammnadeln, ein Bild von Igor Reicher.
  • 28 Teilnehmer

13. November 2022

Die vorgesehenen Beiträge (ohne Bilder):

  • Sven Kötter stellte die Technik der Einbettung in Glycerinseife in einem ebenso kurzweiligen wie interessanten Video vor,
  • Anne Gleich präsentiert drei Sandproben am Stereomikroskop sowie einen banaler Floh und einen Anschliff eines Kalkgesteins mit Foraminiferen.
  • Willi Latz schickte eine Präsentation seiner schönsten Bilderaus der Geologie und Mineralogie.
  • Stephan Hiller könnte einen Beitrag zum Phasenkontrast am Junior anbieten (Bestätigung steht noch aus)
  • Und Alfons hätte eine Live-Sektion eines parasitierten Bachflohkrebses mit Acanthocephalen-Larve in Reserve.

6. November 2022

Die vorgesehenen Beiträge (ohne Bilder):

  • Gestern Morgen war es doch 7 Leute, die zum Kirchentellinsfurter Baggersee kamen, trotz kalten Nieselregens!
  • Erster Fund einer ‚Nosferatu-Spinne‚ in Tübingen (im Schlafzimmer, unter dem Bett).
  • Gerd hatte einen Beitrag zur Geologie Südwürttembergs angedeutet.
  • Tilman hat ein Mikroskop auf einer Münze entdeckt.
  • Falls Zeit bleibt, dazu noch ein interessantes Präparat aus der Parasitologie (ein Echinococcus granulosus, Handbandwurm).
  • Neues zum ‚UMO‚, dem unbekanntes Mikroskopisches Objekt, einem Justiergerät für Linsenkombinationen!

30. Oktober 2022

  • Stephan Hiller ergänzte seinen Vortrag von voriger Woche über das Zeiss Standard Junior: Kondensatoren, insbesondere mit Schieflicht-Ausstattungen, die man auch selbst herstellen kann. Vergleichsergebnisse anhand von Test-Diatomeen zeigen deutliche Verbesserungen durch plastischere Bilder. Ein ausführlicher Aufsatz von Dr. Husted aus dem MIKROKOSMOS von 1949 erklärt, wie man die Test-Diatomeen zu interpretieren hat (siehe die beiden Seiten unter der Bilder-Galerie, anklicken für große Darstellung). Der komplette Vortrag ist unten als PDF herunterladbar.
  • Filarien von Onchocerca volvulus in blutsaugender Kriebelmücke sehen wir in einem Präparat von Alfons Renz. Man beachte die Menge der Filarien im Präparat einer einzigen Mücke. Wenn man dazu berücksichtigt, dass die Filarien nicht im Blut des Wirtes, sondern im Gewebe (Lymphe) leben und somit nur als „Beifang“ eingeschlürft werden, so kann man auf eine riesige Filarienmenge im Körper des Wirts schließen. Die adulten Fadenwürmer bilden Knäuel und können bis zu 17 Jahre alt werden. Die damit verbundene Krankheit ist die Flussblindheit Onchozerose. Im Präparat ist noch gut das Stechwerkzeug der Kriebelmücke zu erkennen, das man in seiner Funktion etwa mit einer Heckenschere mit nach hinten gerichteten Zähnen vergleichen kann.
    Hinweis: Das zweite Bild des Stechwerkzeugs in der Galerie ist mit einer Anaglyphenbrille zu betrachten. Das Bild wurde aus nur drei Teilbildern unterschiedlicher Fokussierung mittels PICOLAY erzeugt! Sie wurden ohne die Absicht aufgenommen, daraus ein 3D-Bild zu erzeugen, trotzdem ist das Ergebnis verblüffend und liefert zusätzliche Information.
  • Ein Zeiss-UMO, das niemand einordnen kann. Man ist sich einig, dass es wohl ein Gerät ist, das in der Fertigung zur Justage verwendet wurde und somit nirgends dokumentiert ist.
  • 33 Teilnehmer

23. Oktober 2022

  • „Adamas – der Unbezwingbare“: Teil 2 seines Vortrags von Olaf Medenbach über Diamanten, den heute 43 Teilnehmer (!) beim Stammtisch genießen konnten. Hier alle Folien von Teil 1 und 2 → Adamas – der Unbezwingbare … Diamanten
  • Design und Einsatzmöglichkeiten einer LED-Beleuchtung für das Zeiss Standard Junior. Sehr ausführliche Beschreibung von Stephan Hiller, wie man dieses unverwüstliche Mikroskop mit einer modernen Beleuchtung auszustatten kann, wobei – am wichtigsten – die Abbildungsqualität nicht beeinträchtigt wird. Fortsetzung am 30. Oktober, dort ist auch der komplette Vortrag als PDF herunterladbar.
  • Igor Reicher hat dem ihm unbekannte Tierchen aus einem Teich den Namen „Räderfischchen“ gegeben. Eher ein Ciliat, der sich gerade in Teilung befindet.
  • 43 Teilnehmer

16. Oktober 2022

  • „Adamas – der Unbezwingbare“, so könnte man auch einen Diamanten bezeichnen (es sei denn, man erhitzt ihn auf über 800°, dann trägt er zur CO2-Belastung der Atmosphäre bei). Aber auch für den Untertitel seines Vortrags hat Olaf Medenbach ein schönes Wortspiel erdacht: „Vom Riesen-Diamanten zu den Ries-Diamanten“. Auf unterhaltsame Weise konnten wir viel Interessantes lernen. Hier alle Folien dazu → Adamas – der Unbezwingbare … Diamanten, Teil 1
  • Gerd Schneider: „Systematik in der Biologie – Schöpfung und Reiche, Stammbäume und Sträucher“. Zur Geschichte und über die Verfahren, wie man Ordnung in die Welt der Lebewesen bringt. Der komplette Vortrag kann weiter unten als PDF heruntergeladen werden.
  • 35 Teilnehmer

9. Oktober 2022

  • Sven Kötter experimentiert mit Kernschwarzfärbung. Sein heutiger Vortrag und die bisherigen beiden Vorträge über dieses Thema sind hier zusammengestellt → Die Suche nach Kernschwarz-Färbungen
  • Willi Latz macht Schleifsteine bunt und braucht dazu keine Färbung.
  • Siegfried Schmidt hat ein Trichinen-Mikroskop (etwa 1910) von einem ehemaligen Fleischbeschauer erhalten. Es ist mit „Hauptner“ signiert. Hauptner war allerdings nur Händler, der Hersteller war Paul Wächter. Zu den Mikroskopen von Paul Wächter gibt es hier Inofrmationen → https://www.worthpoint.com/worthopedia/paul-waechter-berlin-antique-brass-460688064
  • Trichinenpräparate kann Alfons Renz zeigen. Hochinteressant sind die Ammenzellen mit eigenen Zellkernen, die innerhalb der Trichinenkapsel die Larven mit Nährstoffen versorgen. Sie stammen ursprünglich vom Wirt, der sie vermutlich zur Immunabwehr ausgebildet hatte und nun von der Trichine einverleibt wurden und genutzt werden. Eine erstaunliche Anpassung, zumal dies der Trichine selbst bei sehr unterschiedlichen Wirbeltieren gelingt.
  • 33 Teilnehmer

2. Oktober 2022

  • Rückblick auf den gestrigen Tümpeltermin.
  • Pfauenfeder im Detail von Sigfried Schmidt.
  • „Die Winogradski-Säule, ein Wohnsilo für Mikroorganismen“: Ein ausführlicher Vortrag von Gerhard Schulz über Praxis und Theorie dieser sich selbst einstellenden Schichtung von unterschiedlichen biologischen Lebens- und chemischen Reaktions-Räumen – in einem Würstchen-Glas!

Die bisherigen Tübinger Mikroskopischen Stammtische (TMS):