Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (TMS)

Beim wöchentlichen „Mikroskopier-Stammtisch“ sitzen wir virtuell per Internet-Meeting (ZOOM) zusammen, immer Sonntags ab 10 Uhr. Die Zugangsmodalitäten werden rechtzeitig per E-Mail an die Mitglieder verschickt. Gäste sind willkommen, bitte → Kontakt aufnehmen.

Die Beiträge sind hier in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst, die neuesten zuerst (oben). Beiträge von weiter zurückliegenden Stammtischen sind ganz unten aufgelistet.

15. Mai 2022

  • Weiteres über Zecken, Mundwerkzeuge. Beitragvon Alfons Renz.

8. Mai 2022

  • Die TMG präsentierte sich auf der Tübinger Kulturnacht so eindrucksvoll, dass man sich über Zuspruch nicht beklagen konnte. Der Standort in der Stadtbibliothek war prima, in unserem Zeitfenster von 18 bis 21 Uhr war man fast immer in Unterhaltungen verwickelt. Alle Bilder hier → Die TMG bei der Tübinger Kulturnacht 2022
  • Über die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), von Peter kürzlich „gesammelt“, konnte Alfons Renz viel Erstaunliches berichten, zu viel, um es hier wiederzugeben.
  • Ein Stein aus dem Schönbuch mit fossilen Gangspuren brachte Manfred Erb vorbei.
  • 23 Teilnehmer

1. Mai 2022

  • Nesselzellen der Glasrosen, evolutionäre Entwicklung der Nesselzellen. Anne Gleich liefert uns die Bilder der Nesselzellen, Alfons Renz ergänzt mit Informationen über den Aufbau, die Funktionsweise und die evolutionäre Entwicklung. Glasrosen sind Seeanemonen der Gattung Aiptasia, für Meerwasseraquarianer sind sie ein „Unkraut“, für Mikroskopiker ein Leckerbissen. Die Bilder der Tentakel zeigen symbiotische Dinoflagellaten und den dichten Besatz der Nesselkapseln, von denen es fünf Typen gibt. Der Nesselschlauch in der Nesselkapsel ist dicht aufgerollt. Wird die Nesselzelle zum Abschuss getriggert, wird der Schlauch blitzartig nach außen gestülpt. Das geschieht bei einem Druck von 150 bar (!) mit einer etwas 50-fachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel, was einer Beschleunigung von 40.000 g entspricht. Die Toxine gehören zu den stärksten Naturgiften überhaupt. Die kleinen Glasrosen können aber dabei die Hornhaut der menschlichen Haut nicht durchdringen.
    Wie es Anemonenfische fertig bringen, in Seeanemonen nicht die Nesselzellen auszulösen, müssen wir noch herausbekommen. Ebenso können Anemonen und Korallen zwischen Freund und Feind unterscheiden.
    Nesselzellen können aus Pilzzellen (Nosema) hervorgegangen sein, deren Zellen ihren Zellkern mittels eines langen Schlauches in andere Organismen einschleusen können. Dabei ist ebenfalls Druck vonnöten. Solche nicht durch Mutationen und Auslese, sondern durch Übergabe oder „Stehlen“ erworbene Eigenschaften sind weiter verbreitet als bisher gedacht und für Forschung noch ein weites Feld.
  • Zeichengeräte wie die Camera lucida stellte Alfons Renz vor, mit historischen Hintergründen.
  • Diana Witzgall erhielt von einem Schreiner ein Holzstück, ähnlich einem Termitennest. Termiten können es nicht gewesen sein, denn das Holz war einheimisch. Eine Internet-Recherche ergab: Der Bau der Rossameisen (Camponotus herculeanus), die aber ebenfalls Holzschäden im Haus verursachen können.
  • Eine Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) muss Peter sogleich in Alkohol fixieren und Alfons zuschicken. Es freuen sich seine Studenten darauf.
  • 30 Teilnehmer

24. April 2022

  • Der Mensch und sein Bier‚ oder ‚Gerhard Schulz und sein Bier‘. Die Geschichte vom Bier brauen ist hoch interessant. Selber Bier brauen auch, und wenn man Chemiker wie Gerhard Schulz ist, umso mehr. Hier in der Bildergalerie nur ein Auszug aus den vielen Folien von Gerhard Schulz, informativ und nachdenkenswert. Dass man den beginnenden Ackerbau und die Sesshaftigkeit gerne als Beginn der Zivilisation in Zusammenhang bringt, darf man anzweifeln! Der Siegeszug des Bieres ist aber unbestritten. Hierzu passt auf YouTube ‚Bier! – Der Film‘ am Ende der Bildergalerie.
  • Rudolf Lukes zeigt mal allgemein verständlich mit einem Lupen-Experiment und Simulationsprogramm, wie das vergrößerte Bild in einem Mikroskop entsteht. Wer sich das bisher noch nicht genau überlegt hatte – jetzt weiß er es! Beitrag als pdf herunterladbar. Das Simulationsprogramm gibt es hier → https://www.walter-fendt.de/html5/phde/imageconverginglens_de.htm
  • 33 Teilnehmer

10. April 2022

  • Unser Mitglied Rainer Mehnert ist am 29. März verstorben. Wir trauern sehr um Rainer, der stets äußerst engagiert bei den Aktivitäten der TMG mitwirkte und als Fachmann der Mikroskop-Technik – nicht nur Zeiss – geschätzt war. In der Bilder-Galerie seien einige unvergessliche Erlebnisse mit ihm festgehalten, dazu seine wundervollen Bilder von Seifenblasenhäutchen.
  • Günther Dorn hat nun den Aquarium-Glibberschleim intensiver untersucht. Zwei Arten von Bakterien (große und kleine) kommen vor (z. T. mit Fuchsin gefärbt). Wer letztlich für die Schleimbildung verantwortlich ist, kann man auf einfache Weise nicht klären. Dass der Schleim – wie z. B. auch eine Kahmhaut – ein Biotop sekundär für viele Organismen ist (Algen, Amöben usw.) ist logisch und erschwert, der Ursache auf die Spur zu kommen.
  • Immer näher kommt Alfons dem Geheimnis des UMO’s No. 14. Aber wer das Mikroskop letztendlich zusammengeschustert hat, wird man wohl nicht mehr erfahren. Die neuen Erkenntnisse hier → UMOs – Unbekannte Mikroskopische Objekte
  • 33 Teilnehmer

3. April 2022

  • Das bunte Treiben von Dinoflagellaten aus dem Vogelwoog-Stausee bei Kaiserslautern. Die goldenen Schlieren entpuppten sich als Dinoflagellaten in „Reinkultur“, vermutlich Gymnodinium. Interessante Bewegungsmuster, welchen Sinn manchen diese? Aufnahmen von Anne Gleich.
  • Tümpelgruppe am Aileswasensee bei Neckarteilfingen. Die Besonderheiten: Gut zugänglicher Baggersee mit Kiosk (Bänke und Tische vorhanden). Schneetreiben. Viele Wasserflöhe (hauptsächlich Daphnia longispina), darunter aber eine bizarre Karpfenlaus (Argulus). Ein Schwimmer durchquerte den Baggersee (ungeachtet der vielen Wasserflöhe)!
  • Neues vom Fritz Körner Präpariermikroskop im Vergleich zum mysteriösem C Zeiss No 14 (=> gesucht werden noch Bilder der frühen, von Hand eingestanzten Signaturen von Zeiss Mikroskopen!). Tilmann und Alfons trafen sich, um Objekte aus eigenem Fundus mit dem UMO No. 14 zu vergleichen. Mehr Bilder davon unter → UMOs – Unbekannte Mikroskopische Objekte
  • Glibberschleim im Aquarium, ungelöst.
  • Vorbereitung der Tübinger Kulturnacht. Bilder von Koffein-Kristallen.
  • 32 Teilnehmer

Die bisherigen Tübinger Mikroskopischen Stammtische (TMS) und Beiträge hieraus: