Ostsee-Plankton

Wolfgang Bettighofer sammelte extra für unsere Online-Stammtische bizarres Ostsee-Plankton von der Kieler Förde. Proben für Fotos erhielt Anne Gleich – mit wie gewohnt einmalig schönen Resultaten. Der Teil 1 des Beitrags behandelt die Dinoflagellaten mit spannenden Informationen von Wolfgang. Teil 2 folgte mit der wundersamen Welt der Ostsee-Diatomeen. Teil 3 befasst sich mit den Schwebefortsätzen der Diatomeen.

Teil 3: Schwebefortsätze der Diatomeen

Im 3. Teil über Ostsee-Plankton (TMS 12. Juni 2022) konnten Anne Gleich und Wolfgang Bettighofer die bisherigen Fotos von Teil 1 und 2 fast noch toppen! Es ging insbesondere um Funktion und Beschaffenheit der Schwebefortsätze.

Man findet drei Arten von Schwebefortsätzen: Hohle, dicke und dünne, beide aus Kieselsäure bestehend. Die Dicken sind so groß, dass sie Chloroplasten enthalten können, außerdem sind sie meist gezähnt. Ganz dünne biegsame Fasern bestehen aus Chitin. Einzelzellen können durch Bündel von Fasern verbinden und lange Ketten bilden.

Gallertausscheidungen haben ganz verschiedene Funktionen: Zum Anheften auf Oberflächen, zum Verbinden von Zellen untereinander, zur Bewegung, zum Schutz (Ummantelung, Röhrenbildung) und bestimmt noch für andere Zwecke. Eine verstärkte Umhüllung mit Gallerte kann durch Fressfeinde forciert werden, wie Wolfgang schon selbst beobachtet hat!

Bei der sternförmigen Anordnung des Zellverbandes bei Astroniella erkennt man auf dem REM-Bild die Verwindung der Stäbchen und einen nicht schließenden Ring, sondern eine schraubige Anordnung. Günther stellt die Theorie in den Raum, dass dadurch eine Drehbewegung beim Absinken des Verbandes entsteht und so das Absinken verlangsamt wird.

Wir danken Wolfgang für den Vortrag und Bilder, Anne für weitere erstklassige Bilder und Infos sowie Bernd Podratzki für die extra für den TMS auf die Schnelle erstellten beeindruckenden REM-Aufnahmen.

Viel mehr Informationen und Bilder gibt es auf der Website von Wolfgang Bettighofer: → www.protisten.de

Teil 2 und Teil 1 weiter unten.

Beim TMS vom 13. März 2022 folgten unglaublich schöne Fotos der Ostsee-Diatomeen von Wolfgang Bettighofer und Anne Gleich.

Wolfgang Bettighofer sammelte extra für unseren Stammtisch vom 6. März 2022 bizarres Ostsee-Plankton von der Kieler Förde. Eine Probe für Fotos erhielt Anne Gleich – mit wie gewohnt einmalig schönen Resultaten. Der Teil 1 des Beitrags behandelt die Dinoflagellaten mit spannenden Informationen von Wolfgang. Teil 2 folgt beim nächsten TMS.

Zur Probenentnahme gab Wolfgang den Rat, nicht direkt am Ufer zu sammeln, wo das Material evtl. schon zerschlagen ist. Ein Steg findet sich meist. Proben halten sich viel länger, wenn sie wenig konzentriert sind.

Ganz besonders ans Herz legt uns Wolfgang die Verwendung eines Stereomikroskops. Die dreidimensionale Welt erschließt sich viel eindrucksvoller.

Von der Gattung Ceratium wurde die Gattung Tripos abgespalten. Tripos kommt im Meer und Brackwasser vor, Ceratium im Süßwasser. Besonders die bizarren Tripos beeindrucken bei Lebendbeobachtung, aber nicht minder die Bilder von Anne und Wolfgang (in der Bildergalerie unten sind vielleicht die angegebenen Fotografen verwechselt). Auf den Bildern erkennt man sehr gut die Panzerplatten mit der Struktur polygonaler Felder. Jedes Feld ist von einem Loch durchbohrt, durch das eine darunterliegende Trichocyste ihren Inhalt ausschleudern kann.

Die Nahrungsaufnahme der heterotrophen Dinoflagellaten erinnert an manchen Science-Fiction-Film (siehe Grafik, ein „Dino“ kapert eine Diatomee).

Viel mehr Informationen und Bilder gibt es auf der Website von Wolfgang Bettighofer: → www.protisten.de