Tübinger Mikroskopischer Stammtisch (TMS)

Beim wöchentlichen „Mikroskopier-Stammtisch“ sitzen wir virtuell per Internet-Meeting (ZOOM) zusammen, immer Sonntags ab 10 Uhr. Die Zugangsmodalitäten werden per E-Mail an die Mitglieder verschickt. Gäste sind willkommen, bitte →Kontakt aufnehmen.

Die Beiträge sind hier in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst, die neuesten zuerst (oben). Beiträge von weiter zurückliegenden Stammtischen sind ganz unten aufgelistet.

12. Mai 2024

  • Rückblick auf die Präsentation der TMG auf der gestrigen Tübinger Kulturnacht. Viele sehr interessierte Besucher, groß und klein, lohnten die aufgewendete Mühe. Vielen Dank den Beteiligten! Siehe Beitrag → Tübinger Kulturnacht 2024: Je kleiner desto toller – Ein Blick in Tübinger Mikrowelten
  • Christoph Hebestreit „musste“ sich die Nacht um die Ohren schlagen, um diese tollen Bilder der Polarlichter aufzunehmen. Dazu noch ein Foto der Sonnenflecken, die diese Polarlichter auslösten. Ort: Entringen bei Tübingen.
  • Gerhard Schulz sah sich den scharfen Farbübergang der Blütenblätter der Stiefmütterchen genau an. Man beachte den Schnitt durch die Blütenblätter beim Farbübergang, wobei durch subtraktive Farbmischung von Gelb und Blau die (näherungsweise) schwarze Farbe entsteht.
  • 19 Teilnehmer

5. Mai 2024

  • Baggersee-Tümpeln gestern: Reichhaltiges Zoo- und Phytoplankton – diverse Wasserflöhe, Hüpferlinge (große mit vielen Glockentierchen besiedelt), massenhaft ganz junge Rückenschwimmer, Gnitzen- und Zuckmückenlarven, Milben, Teichschlange Stylaria lacustris, Rädertiere Asplanchna und Brachionus, diverse Fadenalgen, Ceratium, Becherbäumchen Dinobrycon uvm.
  • Besuch beim Fossilienpräparator Elmar Scherer in Talheim bei Mössingen. Hervorragend herausgearbeitete Fossilien, hauptsächlich Ammoniten, auch Korallen. Die Suche nach Muschelkrebschen-Schalen im Talheimer Braunjura war erfolglos. Eine (unvollständige) Zackenauster lag aber rum. Wir danken Herrn Scherer für die Einladung!
  • „Expedition in die Kreidezeit“, ein spannender Beitrag von Anne Gleich. Auf der Suche nach Diatomeen-Fundstätten von G Dallas Hanna (*1887, +1970). Er war Paläontologe und Malakologe an der California Academy of Sciences und unternahm viele Ecpeditionen. Seine Fundorte von Diatomeen waren teils schwer nachzuvollziehen. Am 15.4.2024 machte sich W. P. Dailey auf, um im Dosada Canyon Proben zu sammeln. Die Playlist seine Filme darüber auf YouTube hier → https://www.youtube.com/playlist?list=PLgVCKywmu-mpOwUYmNobOOKegp1_56d3f
    Bei einer ersten Durchsicht der Funde ein Erfolg: Ein Bruchstück der bisher nur in wenigen Präparaten vorhandenen Kittonia hannai. Anne „darf“ nun die 35 kg Proben, die sie erhalten hat, an die Interessenten verteilen und durchforsten!
  • Brechungsindex bestimmen mit einem einfachen Eigenbau-Jelley-Refraktometer von Olaf Medenbach.
  • 25 Teilnehmer

28. April 2024

  • Rückblick auf die „Kornrade“ 2024 in Darmstadt von Peter Voigt mit vielen Fotos.
  • Radioaktive Höfe – was sind das und wie kommen sie zustande? Das erklärt uns Olaf Medenbach. Ergänzt mit Bildern von Florian.
  • Historische Objektträger und Präparate ca. 1720 bis 1800,  insbesondere von Abraham Ypelaar aus Elfenbein, andere aus Holz und Knochen. Sammlung Horst und Elsa Kuhn.
  • Anlässlich des Endes der Apartheid in Südafrika vor 25 Jahren eine Brekzie (mit Kalk verbackene Düne) von der Gefängnisinsel Robben Island.
  • Foraminiferen
    • für die Erdölprospektion, Präparate von Alfons;
    • Foraminiferen sind Einzeller. Verbindungen der Kammern sind deutlich bei den Aufnahmen von Florian zu sehen!
    • Diverse Foraminiferen im Präparat von Christian Hebestreit.
  • Unbekannte Struktur, aufgenommen von Igor Reicher. Wir vermuten, dass sich die Bläschen an schaumigen Rückständen auf dem Objektträger kondensiert haben.
  • 30 Teilnehmer

21. April 2024

  • Birnmoos Bryum vom Ufer des Bodensees (Untersee) (Horst Fries).
  • Aus dem Gartenteich von Horst Fries:
    • Grüne Hydra mit männlichen Geschlechtsprodukten. Weibliche Geschlechtsprodukte sind am unteren Ende der Hydra angeordnet.
    • Teichlebermooos Riccia fluitans
    • Vor Sekunden im Gurkenglas geschlüpfte Zuckmücke, vermutlich Endochironomus. Die Puppe war ebenso grünlich. Schlüpfen und Wegfliegen dauerte ca. 3 Sekunden.
  • Ein Legepräparat aus der MIKROKOSMOS Präparatereihe (Igor Reicher)
  • Nummuliten aus der Starzlach-Klamm. (Igor Reiher). Man beachte die kreuzförmige Schattierung in einer Aufnahme („Brewster-Kreuz“, oder nennt sich das anders?), die auf die radiale Ausrichtung der Kristalle hindeutet.
  • Foraminiferen: Schalentypen, einfaches Verfahren zum Schleifen, Bilder (Gerhard Schulz).
  • 20 Teilnehmer

14. April 2024

  • Wir haben nochmals Sahara-Staub zusammengekratzt, ohne viel Erfolg.
  • [U]nklare Yorkshire [M]ine [O]bjektträger sind auch UMOs – findet Igor. Hier sind vermutlich Torf-Schichten systematisch untersucht und dokumentiert worden, wobei der Informationsgehalt dürftig ist. Schade, dass keinerlei tierischen Reste aufzufinden waren.
  • Rinderlaus & Co. in einem Beitrag von Alfons. Beeindruckend die hochspezialisierten Stech- und Greifwerkzeuge
  • 28 Teilnehmer

7. April 2024

  • Gestriges Tümpeln, wieder am Aileswasensee bei herrlichem Wetter: Das etwas langweilige Plankton fand kaum Notiz, dafür war reichlich Fachsimpeln angesagt. Horst Kuhn hatte Freund Jean Paul Mirrione mitgebracht, der wie Horst eine tolle historische Mikroskop-Sammlung aufgebaut hat mit entsprechender Homepage (→ https://histoiredumicroscope.com/).
  • Ein Nachtrag zum Diatomeen der vorigen Woche von Anne Gleich: Der Querschnitt z. B. von Ditylum brightwellii kann – besonders an den Enden – dreieckig bis rund sein (abhängig von der Temperatur?).
  • Letzten Sonntag hatten wir über den Nachweis von Diatomeenresten im Sahara-Staub diskutiert. Während der Woche war die Ausbeute sehr gering.
  • Mit einem umgebauten Axiotron, einem ursprünglich für die Auflichtmikroskopie (Waferinspektion) optimierten und voll-automatisierten Mikroskop wollte Zeiss offenbar auch in die digitalisierte Durchlicht-Mikroskopie ‚einsteigen‘. Eine Spurensuche.
  • UMOs (biologische) von Günther Dorn und Thorsten Tränkner → UMOs – Unbekannte Mikroskopische Objekte (biologische)
  • Torsten hat noch diese Frage bezüglich Methylhydroxypropylcellulose als Plankton-Bremser in die Runde gestellt, die z. T. beantwortet werden konnten (ansonsten ausprobieren): “
    1. Sind Methylhydroxypropylcellulose, Hyproxypropylmethylcellulose und Hypromellose dasselbe? — ist dasselbe
    Man verwendet auch Zinksulfatheptahydrat (Vergiftung?), Traganth, Quittenschleim
    2. In der Apotheke gibt es „Hypromellose 4000. Welche Viskositat braucht man? Ist 4000 (Verkettung) in Ordnung? – da steht was mit Millipascal-Sekunden
    3. In der Apotheke kosten 100 Gramm „Hypromellose 4000“ 40 Euro. Bei Amazon kosten 250 Gramm 14 Euro. Taugt die Hypromellose von Amazon auch? https://www.amazon.de/Hydroxypropylmethylcellulose-HPMC-Hypromellose-Verdickungsmittel-Glutenfrei/dp/B098XZDSIB https://wuerzteufel.de/Unterlagen/Spezifikationen/HPMC.pdf Viscositat: ca. 4000 mPas
    4. Welche Mischung mit Wasser braucht man? Timm Reinisch meinte 24 mg / ml. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic.5998.0 Das scheint aber nur für große Mikroorganismen gedacht zu sein. Sollte man für kleine Mikroorganismen weiter verdünnen?
    5. Wie benutzt man den Planktonbremser richtig auf dem Objektträger? Günther Dorn: verrühren/dazutropfen, eigentlich unproblematisch.
    6. Welches Werkzeug benutzt man am bestem? Ich hatte mit einem Lotbrenner eine Glaspipette vorn verschlossen und tauche die Pipette in die Mischung ein. Geht es anders bzw. besser?
    7. Wie sollte das Pulver and die angerührte Mischung aufbewahrt werden? Bei Wurzteufel: Lagerung and Haltbarkeit: Im ungeöffneten Beutel and trockener Lagerung (nicht über 25°C) mindestens 12 Monate haltbar.
  • 18 Teilnehmer