Vitaltaxonomie bei Ascomyzeten. Mikroskopie von Pilzen – lebend oder tot?

Vitaltaxonomie bei Ascomyzeten. Mikroskopie von Pilzen – lebend oder tot?
Dr. Hans-Otto Baral
Donnerstag, 25.10.2018 ab 19 Uhr ct.
Universität Tübingen, Im Kursraum des Instituts für Evolution und Ökologie, Auf der Morgenstelle 28, E-Bau, 3-Stock

Pilze werden häufig im herbarisierten Zustand mikroskopiert. Um brauchbare Präparate zu erzielen, werden sie mit diversen Chemikalien aufgequollen, aufgehellt und eingefärbt. Zudem wird auch bei Frischpilzen aufgrund der Verflechtung der Zellfäden zur Auflockerung oft Druck angewandt. Den meisten Mykologen entgeht dabei, dass lebendes Pilzgewebe ein oft viel klareres Bild abgibt und keiner Hilfsmittel zur Kontrasterhöhung bedarf. Der Hauptvorteil der „Vitaltaxonomie“ ist aber, dass aussagekräftige Inhalte vitaler Zellen mit der „Herbarmethode“ unwiderbringlich verloren gehen und auch Einschätzungen zum Reifegrad der Sporen mit Herbarmaterial nicht mehr möglich sind. Ein weiterer häufig übersehener Effekt ist die Schrumpfung der Zellen aufgrund Turgorverlust und Wandelastizität.
Anhand verschiedener Askomyzeten soll ein Einblick in diese lichtmikroskopisch leicht zu beobachtenden Phänomene vermittelt werden, die auch bei Algen und höheren Pflanzen vorkommen.
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